Forschungsplattformen sammeln Daten für Bau von Offshore-Anlagen

06.02.2012
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Drei Forschungsplattformen in Nord- und Ostsee sammeln derzeit marine und meteorologische Daten, um optimale Standorte für den Bau von Offshore-Windanlagen zu ermitteln. Jede Plattform wird von einer anderen Forschungseinrichtung betreut und verfügt über einen Windmessmast, Messinstrumente für meeresphysikalische Parameter zur Ozeanographie (z. B. Druck, Temperatur) und für die ökologische Begleitforschung. Untersucht werden auch die Sicherheit des Schiffsverkehrs, der Blitzschutz, das Zusammenwirken von Wind- und Wellenlasten sowie Veränderungen im Sediment.

Die Plattformen arbeiten weitgehend vollautomatisch und lassen sich von Land aus fernsteuern. Ein bordeigenes Netzwerk speichert die Daten. Diese werden von verschiedenen wissenschaftlichen Institutionen abgerufen und standardisiert und dann im Expertensystem ODIN beim deutschen Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie zusammengeführt. Die Messreihen fliessen in das Konzept für die künftigen Offshore-Windparks ein.

 

Eine Flut von Daten

 

Aus den meteorologischen Daten werden die mittlere Windgeschwindigkeit, die Hauptwindrichtungen und die Verteilung des Winds übers Jahr sowie die Häufigkeit von Turbulenzen berechnet. Mit diesen meteorologischen Daten und den Ergebnissen der strukturdynamischen Untersuchungen lassen sich dann Belastung, Ermüdung und Lebensdauer der technischen Einrichtungen und der Konstruktion abschätzen. Verschiedene Kamera- und Radarsysteme sowie akustische Sensoren erfassen den Zug von Vögeln und Fledermäusen. Die Unterwasserkonstruktion der Plattform wirkt im Meer wie ein künstliches Riff. Daher wird auch die im Laufe der Zeit immer dichter werdende natürliche Besiedlung dieser Bauteile mit Tieren und Pflanzen ausgewertet. Weitere Forschungsthemen sind Warnsysteme für die Sicherheit des Schiffsverkehrs, Veränderungen im Sediment, Untersuchungen zur Wasserqualität, Logistik sowie die Entwicklung von Simulationsmodellen für die Meteorologie, die Bauwerksdynamik und die Wellen in der Deutschen Bucht. (Ko)

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